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Einheiten
Große Schadensereig- nisse und außerge- wöhnliche Einsätze stellen
die Hilfs- organisationen immer wieder vor neue Herausforderungen.
Für die Wahrnehmung übergemeindlicher (Fach)-Aufgaben und zur Nachbarschafts-
hilfe stehen in der Kreisfeuerwehr mehrere strukturierte Einheiten zur
Verfügung.

Informieren Sie sich über:
die FB Nord,
die FB Süd,
die FB Umwelt,
die TE Bahn,
die IuK-Gruppe.
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Explosionsgefahr nach schwerem Gefahrgutunfall auf der A 30
GESMOLD - 18.02.2005
Der Verkehrsunfall eines mit Vinylacetat beladenen Tank-Sattelzuges löste am
frühen Freitagmorgen einen Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei
der Stadt Melle und des Osnabrücker Landes aus.
Was hatte sich zugetragen?
Der Tank-Sattelzug war gegen 1:30 Uhr auf der Autobahn A 30 in Fahrtrichtung
Hannover unterwegs, als er plötzlich in Höhe der Ausfahrt Gesmold nach rechts
von der Fahrbahn abkam und umstürzte. Er rutschte weiter über die Verzögerungsspur
und blieb schließlich im Buschwerk der Auffahrt liegen.
Der Fahrer wurde dabei in den Trümmern des Führerhauses eingeklemmt. Außerdem
wurde einer der Domdeckel des Tank-Aufliegers beschädigt, so dass geringe Mengen
des geladenen Stoffes austraten.
Zunächst hatte die Feuerwehr-Einsatz-Leitstelle die zuständigen Ortsfeuerwehren
Gesmold und Melle-Mitte alarmiert. Nachdem die ersten Kräfte vor Ort waren und
die Lage erkundet hatten, lag auf der Hand, dass für die Abarbeitung dieses
Szenarios weitere Kräfte notwendig waren.
Deshalb wurden aus der Stadt Melle zusätzlich die Ortsfeuerwehren Altenmelle,
Bakum, Oldendorf, Riemsloh und Wellingholzhausen zur Unterstützung an die
Einsatzstelle beordert.
Von der Kreisfeuerwehr kam die Feuerwehrbereitschaft Umweltschutz mit den
Fachzügen 2 "Gefahrgut-Süd", 3 "Dekontamination" und 4 "Messen und Spüren"
sowie die Iuk-Gruppe mit dem ELW 2 zum Einsatz. Die Verpflegung übernahm der
Fachzug 4 "Logistik" der Feuerwehrbereitschaft Süd. Weiterhin waren auch
noch Kräfte der FF Dissen, der BF Osnabrück sowie der WF Henkel aus
Düsseldorf (TUIS) eingesetzt.
Zunächst galt es, den eingeklemmten Fahrer aus dem Führerhaus zu befreien und die
Undichtigkeit am Domdeckel zu schließen. Das auslaufende Vinylacetat erschwerte
die Rettung erheblich.
Vinylacetat (UN-Nr. 1301, Gefahren-Nr. 339) ist eine leicht entzündbare
Flüssigkeit mit einem Flammpunkt von -8 Grad Celsius, deren Dämpfe mit Luft
explosionsfähige Gemische bilden. Die Entzündung kann durch heiße Oberflächen,
Funken oder offene Flammen erfolgen, wobei bereits Funken elektrostatischer
Energie eine Entzündung hervorrufen können.
Aufgrund dieser erheblichen Explosionsgefahr durften bei der Rettung des
Fahrers keine elektrischen bzw. motorbetriebenen Geräte im unmittelbaren
Gefahrenbereich verwendet werden. Mehrere Trupps rüsteten sich mit CSA und
Atemschutz aus, um dem Fahrer zu helfen.
Ein glücklicher Umstand war, dass sich nur ca. 250 Meter von der Unglückstelle
entfernt der Sitz der Firma Franz Wulbusch befindet. Das Autohaus ist auch
als Abschleppunternehmen tätig und konnte schnell einen Kran zur Verfügung
stellen. Mit dessen Hilfe war es möglich, das Führerhaus anzuheben und den
eingeklemmten Fahrer zu befreien.
Im weiteren Verlauf des Einsatzes wurden ständig Konzentrationsmessungen der
explosionsfähigen Gase durchgeführt. Um die Konzentration zur verringern,
wurden Hochleistungslüfter eingesetzt.
Ab 09:30 Uhr wurde die Ladung mit Unterstützung der Feuerwehr aus dem
verunfallten LKW in einen anderen LKW der Spedition umgepumpt. Diese Arbeiten
dauerten bis ca. 16:00 Uhr an. Während der gesamten Einsatzdauer war die
Autobahn A 30 in beiden Fahrtrichtungen voll gesperrt.
| Text: |
Ulrich Lindhorst |
| Fotos: |
Jürgen Krämer, Jens Frauens und Ulrich Lindhorst |
| Internet: |
www.feuerwehr-melle.de |
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