zurück zur Startseitewww.lkos.de
 


Einheiten

Große Schadensereig-
nisse und außerge-
wöhnliche Einsätze stellen die Hilfs-
organisationen immer wieder vor neue Herausforderungen.

Für die Wahrnehmung übergemeindlicher (Fach)-Aufgaben und zur Nachbarschafts-
hilfe stehen in der Kreisfeuerwehr mehrere strukturierte Einheiten zur Verfügung.

FB Umwelt

Informieren Sie sich über: die FB Nord, die FB Süd, die FB Umwelt, die TE Bahn und die IuK-Gruppe.


Einsätze


Wohnhaus wurde Raub der Flammen


MELLE - 03.11.2009

Mit der Meldung „es brennt das Haus“ alarmierte die Rettungsleitstelle Osnabrück die Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehren Bakum, Altenmelle und Melle-Mitte (Alarmeinheit Melle-Mitte) zu einem Gebäudebrand an der Wellingholzhausener Straße im Meller Ortsteil Drantum. Die erste Lagefeststellung vor Ort zeigte, dass es in der Erdgeschosswohnung eines landwirtschaftlichen Anwesens, welches als Wohnung und Maleratelie genutzt wurde, brannte. Der Bewohner hatte zu diesem Zeitpunkt bereits das Gebäude verlassen. Weitere Personen befanden sich nicht in dem Gebäude.
An ein paar Stellen im Dachbereich konnte eine Rauchentwicklung festgestellt werden, die darauf schließen ließ, dass keine funktionsfähige Brandwand zwischen dem Wohnteil und dem ehemaligen Wirtschaftsteil des Gebäudes vorhanden war. Ein Trupp, ausgerüstet mit Pressluftatmern, ging mit einem Hohlstrahlrohr zur Brandbekämpfung in die Wohnung vor. Zwei weitere Trupps drangen, ebenfalls mit Pressluftatmern ausgerüstet, unter Mitnahme von Hohlstrahlrohren über einen Terrasseneingang sowie über das Dielentor in das Gebäude ein.

Zeitgleich errichteten Einsatzkräfte an einem nahe gelegenen Teich eine Wasserentnahmestelle. Im späteren Verlauf des Einsatzes wurde zusätzlich eine Wasserentnahmestelle an dem in der Nähe verlaufenden Laerbach eingerichtet.
Nach kurzer Zeit war das Feuer im Erdgeschoss weitgehend abgelöscht. Die Rauchentwicklung ließ aber vermuten, dass in der Zwischendecke noch Brandnester vorhanden sein könnten. Durch Um- und Einbauten in dem Gebäude war es den eingesetzten Trupps nur unter erschwerten Bedingungen möglich, sich in dem verrauchten Gebäude zu orientieren und einen Weg in die Obergeschosse des Wohnbereichs zu finden um die Bereiche dort zu kontrollieren bzw. kontrolliert zu belüften. Eine gezielte Bekämpfung der Brandnester in der Zwischendeck sowie die gezielte Schaffung von Abluftöffnungen war deshalb nicht möglich.

Die von Außen durch weitere Einsatzkräfte eingeleiteten Maßnahmen zur Schaffung einer Rauchabluftöffnung in der Dachhaut stellten sich durch die verwendete Dacheindeckung, es handelte sich flächendeckend um verschraubte, mit Teerpappe beschichtete Wellplatten, ebenfalls als äußerst schwierig dar.
Nach circa 60 Minuten entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit eine massive Rauchentwicklung im Dachbereich des Gebäudes. Die im Innenangriff eingesetzten Trupps wurden daraufhin umgehend aus dem Gebäude abgezogen. Wenige Minuten später zündeten die Rauchgase durch. Durch die massive Brandausbreitung stand das landwirtschaftliche Anwesen innerhalb weniger Minuten in Vollbrand.

Einige Wertgegenstände des Bewohners konnten die Einsatzkräfte bis zum Zeitpunkt des Vollbrandes noch in Sicherheit bringen. Die Einsatzkräfte mussten ab diesem Zeitpunkt ihre Brandbekämpfungsmaßnahmen auf einen massiven Außenangriff beschränken. Hierfür wurden mehrere Strahlrohre und auch ein Rohr aus dem Korb der Drehleiter eingesetzt. Um die Drehleiter neben dem Gebäude in Stellung bringen zu können, mussten aber vorab noch mehrere Bäume mit Kettensägen beseitigt werden. Die Brandbekämpfung zog sich über mehrere Stunden hin.


Text: Ludger Flohre
Fotos: Jürgen Krämer