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Einheiten

Große Schadensereig-
nisse und außerge-
wöhnliche Einsätze stellen die Hilfs-
organisationen immer wieder vor neue Herausforderungen.

Für die Wahrnehmung übergemeindlicher (Fach)-Aufgaben und zur Nachbarschafts-
hilfe stehen in der Kreisfeuerwehr mehrere strukturierte Einheiten zur Verfügung.

FB Umwelt

Informieren Sie sich über: die FB Nord, die FB Süd, die FB Umwelt, die TE Bahn und die IuK-Gruppe.


Einsätze


Trocknungskammer in Wehrendorfer Sägewerk brannte


WEHRENDORF - 06.05.2011

Am Samstagabend waren die Feuerwehrkräfte im Festzelt anlässlich des 30. Gemeindefeuerwehrtages in Feierlaune versammelt. Doch dann ertönten um 22.32 Uhr die Sirenen und die Funkmeldeempfänger begannen zu piepen. "Es brennt im Sägewerk in Wehrendorf", lautete die Alarmmeldung.
Die Feuerwehrkräfte der Ortsfeuerwehren Wehrendorf, Bad Essen/Eielstädt/Wittlage, Lintorf, Harpenfeld und Lockhausen besetzten die Fahrzeuge und eilten in Richtung Wehrendorf. Schon auf der Anfahrt konnte aus weiter Entfernung die Rauchsäule gesichtet werden. Im Sägewerk brannte eine Trocknungskammer. In einer derartigen Kammer wird mit Wärme das Holz behandelt. Es entsteht Thermoholz, dass ähnliche Eigenschaften wie Tropenholz besitzt. Die Polizei konnte ermitteln, dass ein Mitarbeiter durch einen Bedienungsfehler das Tor der Kammer öffnete. Dadurch trat Sauerstoff hinzu. In der Folge begannen die Bretter zu brennen. Die heißen Brandgase entzündeten sich, so dass es zu einer schlagartigen Verbrennung, die als Durchzündung bezeichnet wird, kam.
"Es wurde ein massiver Löschangriff vorbereitet. Etliche Pumpen wurden am Kanal zur Wasserentnahme aufgestellt", berichtete Einsatzleiter Dieter Berkemeyer. Mit Wasserwerfern und mehreren Strahlrohren wurde die Kammer gekühlt und weiteres Eindringen von Sauerstoff verhindert. Zum Ausrichten der Strahlrohre leistete die Wärmebildkamera, mit der man durch Qualm hindurch sehen konnte, wertvolle Dienste. Ein an der Halle befindlicher Gastank wurde ständig gekühlt. Um den Brand zu löschen, war es allerdings erforderlich, auch Löschwasser in das Innere der isolierten Halle einzubringen. Die Berufsfeuerwehr Osnabrück wurde angefordert. Die Idee war, dass möglicherweise mit einer Löschlanze eine Öffnung in die Halle gestoßen werden könnte, über die dann Wasser einzubringen wäre.
Mit sechs Kräften rückte die Berufsfeuerwehr an. Es wurde schließlich der Wasserwerfer auf dem Fahrzeug in Stellung gebracht. Ein Feuerwehrmann unter Atemschutz öffnete die Tür mit einen Gabelstapler einen Spalt. Alle Pumpen liefen auf Höchstleistung, um den Wasserwerfer auf dem Fahrzeugdach und die am Boden zu speisen. Zum Glück bot der Mittellandkanal einen unerschöpflichen Wasservorrat. Nach mehreren Stunden wurde die Tür ganz entfernt und die glühenden Bretter, die zu Holzkohle geworden waren, konnten gelöscht werden. Palette für Palette wurde herausgefahren.
Gleich zu Beginn des Einsatzes erlitt ein Feuerwehrmann Verbrennungen. Er wurde mit dem Rettungsdienst ins Krankenhaus nach Ostercappeln gebracht. Drei weitere Feuerwehrkräfte verletzten sich leicht. Sie wurden durch die Helfer der Schnelleinsatzgruppe aus Bad Essen (SEG-4) ambulant versorgt. Die Schnelleinsatzgruppe aus Vehrte (SEG-3) brachte um 4.30 Uhr Getränke und heiße Suppe. Der Sachschaden an der Anlage und am Holz liegt nach ersten Schätzungen bei 600.000 Euro.

Text und Fotos: Hubert Dutschek