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Einheiten

Große Schadensereig-
nisse und außerge-
wöhnliche Einsätze stellen die Hilfs-
organisationen immer wieder vor neue Herausforderungen.

Für die Wahrnehmung übergemeindlicher (Fach)-Aufgaben und zur Nachbarschafts-
hilfe stehen in der Kreisfeuerwehr mehrere strukturierte Einheiten zur Verfügung.

FB Umwelt

Informieren Sie sich über: die FB Nord, die FB Süd, die FB Umwelt, die TE Bahn und die IuK-Gruppe.


Einsätze


Großbrand im Kompostierwerk - riesige Rauchsäule kilometerweit sichtbar - Großalarm für alle Feuerwehren der Umgebung - gewaltige Stichflamme nach Explosion


HUNTEBURG - 20.07.2014

Am Sonntagnachmittag wurde der Regionalleitstelle Osnabrück ein Brand bei der Kompostierungsgesellschaft Region Osnabrück in Schwegermoor - zwischen Hunteburg und Damme - gemeldet. Die riesige, schwarze Rauchwolke, die in Richtung Damme zog, war kilometerweit zu sehen. Aufgrund der gewaltigen Ausmaße des Brandes war ein Großaufgebot von Feuerwehrkräften in Einsatz.
Die Hunteburger Ortsfeuerwehr wurde um 15.15 Uhr alarmiert. Schon auf der Anfahrt ließ die gewaltige Rauchwolke erahnen, dass es sich hier um einen Großbrand handeln würde. "Beim Eintreffen stand eine Halle in Vollbrand. Wegen der schlechten Wasserversorgung wurden sofort weitere Kräfte alarmiert", berichtete Hunteburgs Ortsbrandmeister Helmut Meyer, der den Einsatz leitete. Die Hitzeentwicklung war so groß, dass eine zweite Halle binnen kurzer Zeit ebenfalls ins Flammen stand. Gegen 15.45 Uhr war ein lauter Knall zu hören. Danach schlugen Flammen aus dem Dach einer Halle. Vermutlich hatten sich die heißen Brandgase entzündet, so dass es zu einer Durchzündung kam. Bereits nach kurzer Zeit war klar, dass Unmengen an Wasser zum Löschen gebraucht wurden. Es brannte ein Gebäudekomplex von etwa 150 Metern Länge und 100 Metern Breite. Zum Teil war Kompost gelagert. Die Arbeiten direkt an der Brandstelle konnten nur unter Atemschutz durchgeführt werden. Erschwerend kam hinzu, dass sich auf dem Dach eine Photovoltaikanlage befand, die einen Löschangriff von oben über die Dachfläche ausschloss. Auch musste verhindert werden, dass das Feuer sich in der angrenzenden Torffläche ausbreitete. Weitere Feuerwehren, auch aus dem Landkreis Vechta, wurden zur Unterstützung gerufen. Es wurden in Richtung Damme und in Richtung Hunteburg Wasserentnahmestellen eingerichtet, die pausenlos von Tanklöschfahrzeugen angefahren wurden. Der am Betriebsgelände vorhandene Hydrant war angesichts des hohen Wasserbedarfs nicht ausreichend. Aus einem kleinen Bach wurde ebenfalls Wasser entnommen. Bald war auch dieses Wasser aufgebraucht. Zusätzlich wurden von der Berufsfeuerwehr Osnabrück und der Werkfeuerwehr des Stahlwerkes aus Georgsmarienhütte Abrollbehälter mit mehreren tausend Litern Wasser angefordert.
Die Besatzung des Einsatzleitwagen des Landkreises Osnabrück unterstütze den Einsatzleiter bei der Abwicklung dieses Großbrandes. Auch Kreisbrandmeister Cornelis van de Water war vor Ort. Es wurden Einsatzabschnitte gebildet. Die schwarze Rauchwolke, die in Richtung Damme zog, wurde auf Schadstoffe untersucht. Fachzüge "Messen aus Spüren" aus den Landkreisen Osnabrück und Vechta waren unterwegs, um an mehreren Messstellen Luftproben zu nehmen und zu untersuchen. Zum Glück wurde keine gefährliche Konzentration von Schadstoffen festgestellt. Die eingesetzten Feuerwehrkräfte kamen auch aufgrund der sommerlichen Hitze schnell ins Schwitzen. Die Schnelleinsatzgruppen des DRK stellen reichlich Getränke bereit und gewährten die Sanitätsbetreuung. Um die erschöpften Feuerwehrmänner und Frauen abzulösen, wurde am späten Nachmittag die Feuerwehrbreitschaft Süd des Landkreises Osnabrück alarmiert. In geschlossener Formation und angeführt von einem Motorrad der Verkehrslenkungsgruppe trafen die rund 140 Brandbekämpfer gegen 19 Uhr mit ihren Fahrzeugen an der Einsatzstelle ein und übernahmen die Löscharbeiten der Kameradinnen und Kameraden.
Anfangs gab es Behinderungen auf der Dammer Straße durch Schaulustige. "Mehrere Verkehrsteilnehmer versuchten, die Polizeiabsperrungen auf Nebenwegen zu umfahren, obwohl die Dammer Straße vollständig für den Verkehr der vielen Einsatzfahrzeuge freigehalten werden musste", berichtete Frank Kintscher, Leiter der Polizeistation Bohmte. Es wurden Umleitungsstrecken ausgewiesen. Brandermittler der Polizei nahmen noch während der Löscharbeiten die Ermittlungen auf. Angaben zur Brandursache und zur Schadenshöhe konnten bisher nicht gemacht werden.
Der Einsatz sollte noch weitere Stunden dauern. Da die Betriebshalle wegen Einsturzgefahr nicht betreten werden konnte, wurde eine Betonpumpe angefordert. Über den beweglichen, langen Arm wurde somit das Löschwasser ins Innere die Halle eingebracht. Ein Bagger entfernte die äußere Hallenverkleidung. Das Ablöschen der vielen einzelnen Glutnester erforderte weitere Kräfte. So wurden die Feuerwehrkräfte der Feuerwehrbereitschaft Nord um 0.45 Uhr alarmiert. Es war vorgesehen, gegen 2 Uhr sämtliche Kräfte aus dem südlichen Landkreis abzulösen. Die "Küchenabteilung" der Feuerwehrbereitschaft sorgte für gute Verpflegung während des mehrstündigen Einsatzes. Auch Regierungsbrandmeister Frank Knöpker reiste an, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen.
Die Nacht hindurch waren die Einsatzkräfte mit weiteren Löscharbeiten beschäftigt. Gegen 1 Uhr in der Nacht setzte Dauerregen ein. Das führte dazu, dass zwar einerseits die Außenbereiche um die Halle nicht mehr so stark brandgefährdet waren, andererseits waren alle Tätigkeiten der Feuerwehrkräfte umso kräftezehrender. Bei Tagesanbruch -gegen 5 Uhr- entspannte sich die Lage. Ein großer Teil der Feuerwehrkräfte konnte nach einem Frühstück die Einsatzstelle verlassen.
Um 8.37 Uhr wurden noch die Feuerwehren Venne und Ostercappeln gerufen, um die restlichen Nachlöscharbeiten auch mittels der Venner Wärmebildkamera zu unterstützen. Insgesamt waren knapp 600 Feuerwehrkräfte im Einsatz. Hinzu kamen noch Polizeibeamte und etliche Helfer des Deutschen Roten Kreuzes.

Text und Foto: Hubert Dutschek