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Einheiten

Große Schadensereig-
nisse und außerge-
wöhnliche Einsätze stellen die Hilfs-
organisationen immer wieder vor neue Herausforderungen.

Für die Wahrnehmung übergemeindlicher (Fach)-Aufgaben und zur Nachbarschafts-
hilfe stehen in der Kreisfeuerwehr mehrere strukturierte Einheiten zur Verfügung.

FB Umwelt

Informieren Sie sich über: die FB Nord, die FB Süd, die FB Umwelt, die TE Bahn und die IuK-Gruppe.


Einsätze


Schwerer LKW Unfall auf der B 68 - Großalarm für die Feuerwehr - Explosionen von Spraydosen machen Löschangriff schwierig - Feuer greift auf Lärmschutzwand über

WALLENHORST - 01.12.2014

Einen Großeinsatz für die Feuerwehren gab es heute Mittag auf der B68 in Wallenhorst. Gegen 11.30 Uhr kam der Fahrer eines mit hochendzündlichen Spraydosen beladenen Lkw-Gespanns aus ungeklärter Ursache nach rechts von der Fahrbahn ab. Der Lkw geriet auf den Grünstreifen und kam ins Schleudern. Dabei kippte der Anhänger um. An der Mittelleitplanke blieb der Lkw liegen und geriet in Brand. Der 39jährige Fahrer erlitt schwere Verletzungen, konnte sich aber selber aus dem Fahrzeug befreien und wurde schwer verletzt vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht.
Beim Eintreffen der Feuerwehr stand der LKW bereits in Vollbrand. Ein weit sichtbare Feuerwand, eine riesige Rauchsäule und laute Explosionsgeräusche wiesen den Einsatzkräften den Weg. Die geladenen Sprachdosen explodierten und flogen mehrere hundert Meter weit. Anlieger vermuteten bereits, ein LKW mit Feuerwerksköpern sei verunglückt.
Einsatzleiter Frank Hörnschemeyer, der als einer der ersten vor Ort war, löste sofort Großalarm aus. Neben den Feuerwehren aus Wallenhorst und Rulle wurden die Berufsfeuerwehr Osnabrück sowie die Feuerwehren aus Belm, Bramsche, Achmer, Engter und Pente alarmiert. Zur Unterstützung der Einsatzleitung wurde zudem die IUK Gruppe der Kreisfeuerwehr mit dem ELW 2 nach Wallerhorst gerufen. Neben der Brandbekämpfung galt es zunächst vorrangig den Gefahrenbereich auf der Bundstraße weitläufig zu räumen. Auf der stark befahrenen B 68 hatten sich auf beiden Seiten der Unfallstelle zahlreiche Fahrzeuge gestaut.
Der Löschangriff gestaltete sich aufgrund der großen Hitzentwicklung und der explodierenden Spraydosen als schwierig. Da man sich auf der Straße zunächst nicht bis auf Wurfweite der Wasserwerfer dem brennenden Lkw nähern konnte, musste ein weiterer Löschangriff über einen angrenzenden Acker aufgebaut werden. Die B 68 verläuft an der Unglückstelle in einer Senke, so dass im Schutz der Böschung mit der Wasserwerfer des Großtanklöschfahrzeuges der Berufsfeuerwehr Osnabrück eine erste wirksame Brandbekämpfung vorgenomen werden konnte. Nachdem diese Löscharbeiten erste Wirkungen zeigten, konnten sich dann auch die Einsatzkräfte auf der Straße dem brennenden LKW nähern und mit einem weiteren Schaumangriff die meterhohen Flammen bekämpfen. Es wurden vier Einsatzabschnitte gebildet, um die weitläufige Einssatzstelle besser koordinieren zu können. Zur Wasserversorgung mussten weit über 1000 Meter Schlauchleitung gelegt werden, denn die Tanks der Tanklöschfahrzeuge waren aufgrund des massiv vorgetragenen Löschangriffs schnell leer.
Die eigentlich für Schutz gegen Verkehrslärm errichtete Lärmschutzwand bewies sich dabei auch als Feuerschutzwand. Zwar wurde ein Teil der Lärmschutzwand durch das Feuer in Mitleidenschaft gezogen. Sie bot aber für die dahinterstehenden Häuser auch eine Art Abwehrschild gegen Hitze und Feuer. Dennoch war die Hitzeentwicklung so massiv, dass bei einem Gebäude die Jalousien vor den Fenstern geschmolzen sind.
Die Anwohner des angrenzenden Wohngebietes wurden aufgefordert, alle Fenster und Türen zu schließen. Bei der Ladung handelte es nach ersten Erkenntnissen um ein Anti-Schimmel-Spray für Gebäude. Nach dem Gefahrenmerkblatt lag die Hauptgefahr in der explosionsartigen Brandausbreitung.
Neben dem LKW Fahrer wurden noch ein Anwohner und ein Polizeibeamter durch das Einatmen von Rauchgas verletzt. Ein Feuerwehrmann knickte im unwegsamen Gelände um. Sie mussten sich alle in ärztliche Behandlung begeben. Im Einsatz waren rund 180 Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei. Die B 68 ist bis auf weiteres in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Die Fahrbahn wurde durch die Hitzeentwicklung stark beschädigt und muss voraussichtlich erneuert werden.

Text und Fotos: Volker Köster
Youtubevideo von Jan Südmersen: http://youtube.com