zurück zur Startseitewww.lkos.de
 


Der Landkreis

Der Landkreis Osnabrück liegt im Südwesten von Niedersachsen.

Mit 2.121 qkm ist er der zweitgrößte Landkreis in Niedersachsen und in etwa so groß wie das Saarland.

mehr ...




Aktuelles


Sintflutartige Niederschläge überfluten das Osnabrücker Land
Dauereinsatz für Hilfskräfte von Feuerwehr und THW



OSNABRÜCK

Sintflutartige Niederschläge haben in den letzten Tagen die Feuerwehren im Osnabrücker Land in Atem gehalten. In der Leitstelle des Landkreises Osnabrück wurden aufgrund des Hochwassers 990 Notrufe angenommen. Im Normalbetrieb werden in der Leitstelle in 24 Stunden ca. 150 Einsätze bearbeitet. Die Leitstelle wurde auf acht Disponenten hochgefahren, die zeitweise über 16 Stunden im Einsatz waren.
Allein in der Nacht von Donnerstag, den 26. August auf Freitag, den 27. August waren rund 1.700 Feuerwehrkräfte im Einsatz, am Freitag noch rund 1.000. Die Ortsverbände des THW im Landkreis Osnabrück wurden in das Einsatzgeschehen integriert und leisteten wertvolle Hilfe. Betreuungseinheiten des DRK und des MHD waren mit 60 Helfern im Einsatz und waren mit Versorgungs- und Betreuungsaufgaben betraut. Trotz der hohen Belastung konnte die Stadt Osnabrück, die aufgrund der Lage innerhalb des Stadtgebietes den Katastrophenfall festgestellt hatte, mit strukturierten Landkreiseinheiten aus dem weniger betroffenen Nordkreis unterstützt werden.
Zur Gesamtkoordination wurde der Verwaltungsstab des Landkreises unter Leitung von Kreisrat Dr. Wilkens an der Spitze einberufen. Kreisbrandmeister Prell stimmte die Einsatzplanung mit den örtlichen Feuerwehren ab. Der Stab des Landkreises hat die Einsatzkräfte insbesondere durch Zuführung von Feuerwehrkräften aus der Grafschaft Bentheim, Bereitstellung von ca. 8.000 Sandsäcken und Hochleistungspumpen unterstützt.
Bereits im Verlauf des Donnerstags, 26. August wurden die ersten Unwetterwarnungen herausgegeben. Die erwartete Regenmenge sollte sich nach Angaben des deutschen Wetterdienstes auf rund 70 Liter pro Quadratmeter belaufen. Tatsächlich sind im Verlauf des Donnerstag und Freitag Regenmengen von bis zu 140 Liter pro Quadratmeter gefallen. Das ist in wenig mehr als 24 Stunden fast das Doppelte des Monatsdurchschnitts für August.
Daraufhin traten großflächige Überschwemmungen in den Altkreisen Osnabrück, Melle und Wittlage auf. Neben den voll laufenden Kellern der Häuser in den Regionen waren insbesondere die Flussläufe der Hase im Bereich der Hollager Schleuse und in Bramsche, der Else im Bereich Melle-Düingdorf und großflächige Überschwemmungen in Wissingen und anderen Orten problematisch.
In der Nacht vom 27. auf den 28. Augsut (Freitag/Samstag) verschärfte sich die Lage. Es wurden ca. 1100 Keller und Wohnungen überflutet, eine Vielzahl von Kreis- und Landesstraßen, zeitweise auch die A 30, mussten gesperrt werden. Der Bahnverkehr wurde beeinträchtigt. An der Hollager Schleuse lief die Hase in den Stichkanal über. Im Bereich des Haseverlaufs in Bramsche musste der Deich des sich im Bau befindlichen Hasesees mit schwerem Gerät erhöht werden, um ein Überlaufen in die Innenstadt zu verhindern. Am Sonntag wurde die Hase bei Rieste mit Sandsäcken und einem aufgeschütteten Damm gesichert.
Der Innenbereich der Gemeinden im südlichen Landkreis war zeitweise einen halben Meter überflutet. Großflächige Überschwemmungen waren in Melle, Bad Essen, Bad Laer, Bad Iburg, Bad Rothenfelde, Hilter, Hagen, Belm, Bissendorf, Glandorf und Wallenhorst zu verzeichnen. Die hieraus resultierenden Sachschäden können noch nicht genau beziffert werden, dürften aber deutlich in die Millionen Euro gehen.
Am Sonntag, den 29. August waren dann nur einzelne Feuerwehren vor Ort im Einsatz. In Melle-Gesmold wurde im Bereich eines Altarmes der Else eine großflächige Verschmutzung erkannt. Die Freiwillige Feuerwehr Gesmold legte eine Ölsperre, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Der Umfang der Ölverschmutzung wird gutachtlich festgestellt. Nach einer ersten Einschätzung der Wasserbehörde könnten sich die Verunreinigungen auf die Böschung der Alten Else beschränken. Angrenzende Ackerflächen werden gleichwohl in die Untersuchung einbezogen.


Text: Volker Köster
Fotos: Einsatzbilder verschiedener Feuerwehren