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Einsätze

Täglich rücken Feuerwehren im Landkreis Osnabrück aus, um bei Bränden, Verkehrsunfällen oder anderen Unglücken schnell und qualifiziert Hilfe zu leisten.

Annähernd 4.000 Einsätze werden in jedem Jahr von den ausschließlich ehrenamtlich tätigen Feuerwehrmitgliedern bewältigt.

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Aktuelles


Stabsrahmenübung Evakuierung LAB
Großübung ohne Großaufgebot rund um den LAB Standort im Bramscher Ortsteil Hesepe


BRAMSCHE

Am Samstagvormittag fand in Bramsche eine sogenannte "Stabsrahmenübung" statt. Als eine andere Umschreibung für dieses sperrige Wort könnte man sagen, dass in Bramsche Großübung ohne Großaufgebot" stattfand.

 
 

Mit im Boot bei dieser Übung waren neben einigen Ortsfeuer- wehren der Stadt Bramsche und verschiedenen Rettungsdienstorgani- sationen auch die Stadtverwaltung, Einheiten der Kreisfeuerwehr Osnabrück, die Bundeswehr, die Polizei und Mitarbeiter des Landkreises Osnabrück.

Hintergrund dieser lange geplanten Übung war, herauszufinden, ob die von allen beteiligten Organisationen und Behörden aufgestellten Pläne, in diesem Fall für die Evakuierung des Heseper Standortes der Landesaufnahmebehörde (LAB) auch funktionieren. In der Theorie sehen sie zwar gut aus, aber sind sie auch wirklich praxistauglich?
 
 

Um die Zusammenarbeit, sprich die eigentlichen Kommunikationsabläufe zwischen verschiedenen Behörden und Organisationen praxisnah zu proben, mussten zu diesem Zweck jedoch einige ehrenamtliche Helfer von Feuerwehr und Rettungsdienst aus dem gesamten Landkreis nach Bramsche ausrücken.

Als Szenario für diese Übung wurde angenommen, das auf dem ehemaligen Heseper Militärflugplatz ein Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg gefunden wurde und aus diesem Grund die LAB evakuiert werden muss. Eine durchaus nicht unbegründete Situation, denn bereits 2015 wurde in der nähe ein Bombenblindgänger gefunden.

 
 

Während die Heseper Brandschützer kurz nach der Alarmierung zur LAB ausrückten, wurde im Bramscher Feuerwehrhaus um kurz nach 10 ein Krisenstab eingerichtet. Einsatzleiter Wilfried Menke übernahm die Führung, während die Informations- und Kommunikationsgruppe (IUK) der Kreisfeuerwehr mit dem Einsatzleitwagen II nach Bramsche ausrückte.

Zeitgleich sorgten Klaus Dierker (Leiter LAB Hesepe) und seine Mitarbeiter gemeinsam mit der Heseper Brandschützern und einigen Polizeibeamten dafür, dass die Bewohner das Gelände verlassen und sich auf dem Parkplatz versammeln. Im Realfall wären sie dann von dort mit Bussen zur Notunterkunft in das Bramscher Schulzentrum (IGS/Realschule) gebracht worden.

 
 

Dorthin wurden wiederum Jan Bensmann und Marko Hellermann von der Schnelleinsatzgruppe (SEG) 11 der Malteser aus dem Südkreis alarmiert. Sie bezogen im Jugendtreff Gartenstadt ihr Quartier, um zunächst das Aufstellen von Betten in der Turnhalle und die Betreuung der Evakuierten zu organisieren.

Um kurz nach zwölf Uhr wurde nach einer Lagebesprechung und einer Pressekonferenz, die auch mit zu der Übung gehörte und für manchen ehrenamtlichen Verantwortlichen durchaus eine neue Erfahrung war, dann beendet. Das Fazit für alle Beteiligten war, das die Pläne zwar schon sehr ausgereift sind, aber einige Punkte noch einen Feinschliff bedürfen. So hatte die Feuerwehr geplant, in Hesepe über WLAN und Mobilfunk zu kommunizieren. Nachdem sich allerdings viele "evakuierte" Bewohner vor der LAB versammelt hatten und mit ihren Handys Nachrichten verschickten, kam es vor Ort zu Störungen im Mobilfunknetz.

 
 

Viele positive Eindrücke hatte LAB Leiter Klaus Dierker von der Übung mitgenommen. "Unsere Hauswarte, die Sozialarbeiter und die Dolmetscher hatten die Bewohner der LAB zwar schon vorher über die Evakuierung unterrichtet, doch das nachher wirklich rund 500 Menschen verschiedenster Nationen friedlich vor der LAB stehen, damit hatte er nicht gerechnet. "Lediglich bei einigen Kindern sei es dann doch zu Verängstigungen gekommen", so Dierker, der diese Beobachtung für die weitere Arbeit in der LAB mitnahm. "Schließlich haben die bei uns untergebrachten Menschen mit uniformierten Personen auch schon andere Erfahrungen gemacht".

 
 

Und auch Rettungsdienst, Polizei, Bundeswehr sowie Stadt- und Kreisverwaltung hätte ihre Lehren aus der Übung gezogen, so der einstimmige Tenor von Ann Oldiges (Polizei Bramsche) und Bramscher Bürgermeister Heiner Pahlmann. Denn Jan Bensmann von der SEG 11 hatte um kurz vor zwölf noch einen Transportstopp verfügt. "Die Turnhalle ist voll belegt und wir haben noch keinen Zutritt zum Schulgebäude", so seine Meldung an den Krisenstab, der dieses Problem für die Zukunft noch lösen muss.

Text: Henning Stricker
Text und Fotos: Henning Stricker und Volker Köster