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Einsätze

Täglich rücken Feuerwehren im Landkreis Osnabrück aus, um bei Bränden, Verkehrsunfällen oder anderen Unglücken schnell und qualifiziert Hilfe zu leisten.

Annähernd 4.000 Einsätze werden in jedem Jahr von den ausschließlich ehrenamtlich tätigen Feuerwehrmitgliedern bewältigt.

Hier finden Sie Berichte über Einsätze der Feuerwehren

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Aktuelles


Großübung für Feuerwehr und Rettungsdienst: Zugunfall auf der Haller Wilhelm Strecke in Georgsmarienhütte

GEORGSMARIENHÜTTE

Eine der aufwändigsten Großübungen der letzten Jahre fand in der Nacht von Freitag auf Samstag in Georgsmarienhütte statt. Dabei probten rund 430 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und Rettungs-dienst aus dem gesamten Landkreis den Einsatz bei einem Bahnun-fall im schwer zugänglichen Gelände.
Das Drehbuch des Einsatzes ging von einem Unfall am Bahnüber-gang Harderberger Weg aus, bei dem ein aus Osnabrück kommen-der Zug der Strecke Haller Willem mit zwei Autos kollidiert war und diese bis auf den Gleisabschnitt beim Osterberg mit sich gerissen hatte. Vier Personen kommen ums Leben, 15 waren verletzt. Hinzu kamen rund 30 unverletzte Fahrgäste, die ebenfalls in dem Zug ein-geschlossen waren.
Der Zugführer verlor das Bewusstsein, einer der Fahrgäste der Nord-West-Bahn meldete aufgeregt den Notruf bei der Rettungsleit-stelle. Von dort ging der erste Alarm um 20.30 Uhr für alle drei Orts-feuerfeuerwehren der Stadt Georgsmarienhütte und den Rettungs-dienst raus.
Die große Herausforderung für die Rettungskräfte war der Un-glücksort. Das angrenzende Gelände ist unwegsam, so dass sich die ersten Kräfte zur Erkundung einen Weg durch die Büsche schlagen mussten. Technisches Gerät konnte so aber nicht zur Unglücksstelle geschaffen werden und auch die Verletzten konnten auf diesem Weg nicht abtransportiert werden. Im Echteinsatz wäre zwar ein Zu-gang über das Stahlwerksgelände möglich gewesen. Nach dem Übungsdrehbuch handelte es sich beim Stahlwerk jedoch um einen großen See. Der Zug war daher aus beiden Richtungen nur rund 800 Meter weit über die Gleise zu erreichen.
Bereits kurze Zeit nach der Alarmierung sammelten sich die ersten Fahrzeuge am Kirmesplatz in Oesede. Die Einsatzleitung für die Übung übernahm Bernard Funke, Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Oesede. Unterstützt wurde er von der Informations- und Kommunikationsgruppe der Kreisfeuerwehr mit dem ELW 2.
Knapp zwanzig Minuten nach der Alarmierung hatten die Ersten Einsatzkräfte den Unglückort in dem unwegsamen Gelände gefun-den. Mit Handscheinwerfern verschafften sie sich einen Überblick. Schreie und Hilferufe waren aus dem beschädigten Zug und den zusammengeschobenen Fahrzeugen zu hören.
Über Funk gaben die Rettungskräfte an die Einsatzleitung das Ausmaß der Zerstörung und die Anzahl der Verletzten durch. Ein-satzleiter Bernard Funke entschied die Alarmierung aller sechs Technischen Einheiten Bahn (TE Bahn), die es seit 2008 im Land-kreis gibt. Zur besseren Koordination wurden mehrere Einsatzab-schnitte gebildet. Der Zugang zu dem Unglückzug sollte über die beiden Bahnübergänge am Harderberger Weg und vom Bahnhof an der Oeseder Straße erfolgen. Hier wurde auch jeweils eine Verletz-tensammelstelle vom DRK eingerichtet.
Schnell wurden den Kräften ihre Einsatzorte zugewiesen und es verging nur wenig Zeit, bis die nachrückende Einsatzkräfte der Bahnheinheiten, die aus Quakenbrück, Bersenbrück, Rieste, Bohm-te, Ostercappeln, Bruchmühlen und Melle hinzugezogen wurden, eintrafen. Für die Ortsfremden standen an strategischen Punkten Angehörige zweier Verkehrslenkungsgruppen bereit, die ihnen den Weg zu ihrem Einsatzort wiesen.
Schwere Notstromaggregate, Flutlichtstrahler, hydraulische Spreizer und Rettungsscheren, Werkzeug aber auch Tragen und medizini-sches Material wurden auf besondere, schienengeeignete Rollwagen geladen, die dann von jeder der beiden Zugangsrouten mit Muskelkraft rund 800 Meter bis zur Unglücksstelle geschoben wur-den.
Nach rund einer Stunde waren die ersten Verunglückten befreit. Mehr als drei Stunden dauert es insgesamt, bis der letzte Passagier aus dem Zug gerettet war. Alle Verletzten wurden zu den beiden Verletztensammelstellen gebracht, wo sie weiter versorgt und der Weitertransport in die Krankenhäuser organisiert wurde. Mit der jeweiligen Zuweisung an einen Krankenwagen war die Übungsauf-gabe abgearbeitet.
Die Übung endete gegen ein Uhr in der Nacht mit einer deftigen Erb-sensuppe im Feuerwehrhaus Oesede. Stadtbrandmeister Gerd Glane dankte allen beteiligten Männern und Frauen für den Einsatz und die Bereitschaft, sich für die mehrstündige Nachtübung Zeit genommen zu haben. Mit den zahlreiche Übungsbeobachter, die an den verschieden Einsatzabschnitten vor Ort waren, wird die Übung in den nächsten Tagen ausgewertet und die gewonnen Erkenntnisse zusammengetragen. Das erste Fazit fiel am Übungsabend aber durchweg positiv aus. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Ein-heiten hat gut geklappt, dennoch gibt es immer noch einzelne Dinge, die verbessert werden können, so die Übungsorganisatoren.


Text unf Fotos: Volker Köster