Kreisfeuerwehr Osnabrück - Große Dienstversammlung 04.11.2016
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Der Landkreis

Der Landkreis Osnabrück liegt im Südwesten von Niedersachsen.

Mit 2.121 qkm ist er der zweitgrößte Landkreis in Niedersachsen und in etwa so groß wie das Saarland.

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Aktuelles


Digitale Alarmierung, zahlreiche Übungen, Mittelausstattung im Katastrophenschutz
Umfassende Berichte während der Großen Dienstbesprechung der Kreisfeuerwehr Osnabrück


OSNABRÜCK

"Auf der ehrenamtlichen Basis leistet kaum jemand so eine gute Arbeit wie die Feuerwehr", dankte Landrat Dr. Michael Lübbersmann den rund 230 Teilnehmern der Großen Dienstbesprechung der Kreisfeuerwehr, bestehend aus Feuerwehrleuten, der Politik und Vertreter weiteren Hilfsorganisationen am Freitagabend im Sitzungssaal des Kreishauses am Schölerberg. Es wurde nicht nur gelobt - sondern auch kritisiert, gefordert und gelacht.

 
 

Die Akteure des Abends (v.l.): Frank Knöpker, Ralf George, Dr. Winfried Wilkens, Cornelis van de Water, Dr. Michael Lübbersmann, Ludger Flohre, Matthias Röttger, Ralf Auf dem Felde, Bärbel Rosensträter und Stephan Bölscher

"Die Feuerwehr hat eine sehr große Präsenz in der Gesellschaft", so Lübbersmann. "Trotzdem steigen die Herausforderungen." Und davon gibt es viele: Kreisbrandmeister Cornelis van de Water nannte unter anderem die Einführung der digitalen Alarmierung "POCSAG", die eine bessere Übertragungs- und Empfangsbereitschaft bieten soll: "Ab 2017 gehen wir vom Probebetrieb in den Testbetrieb", erläuterte van de Water.

 
 

Landrat Dr. Michael Lübbersmann begrüßte die Feuerwehrführungskräfte und die Gäste zur Großen Dienstbesprechung im Kreishaus.

Ebenfalls geplant ist die Einführung der App "Mobiler Retter", die es Bürgern ermöglicht, durch eine Nachricht auf dem Smartphone schnelle Hilfe zu leisten. Der Kreisbrandmeister lobte zudem die gute Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingslager in Bramsche-Hesepe im vergangenen Jahr: "Durch unseren kontinuierlichen Arbeitskreis, bestehend aus der Feuerwehr, der Polizei und anderen Helfern, konnten wir viel voneinander lernen - sodass sich eine gute Führungsstruktur bildete."

Kreisrat Dr. Winfried Wilkens hob die Bedeutung der Notfallübungen, wie zuletzt am Autobahntunnel in Dissen, hervor: "Dazu gehört eine lange Vorbereitung sowie eine ausführliche Nachbereitung." Wilkens lobte die vielfältige Arbeit der Feuerwehr und verglich diese dabei mit einem Jongleur: "Ihr müsst alle Bälle in der Luft halten - sei es die fachlich saubere Arbeit, das Beachten der Regeln, die Menschlichkeit, die Kommunikation untereinander und natürlich auch die Finanzen, die immer eine wichtige Rolle spielen."

 
 

Kreisbrandmeister Cornelis van de Water berichtete von aktuellen Themen.

Wilkens informierte zudem vom Ergebnis der Vorschlagswahl für die im nächsten Jahr neu zu besetzenden Funktionen des Abschnittsleiters Nord und des Stellvertreter. Die Orts- und Gemeindebrandmeister aus dem Brandabschnitt Nord hatte sich bereits eine Stunde vorher getroffen und einstimmig die Wiederwahl von Ralf Auf dem Felde aus Berge als Abschnittsleiter Nord und die Wahl von Ralf George aus Lintorf als Stv. Abschnittsleiter beschlossen. Die letztliche Wahlentscheidung muss jetzt noch der Kreistag treffen. Ich gehe aber davon aus, dass die Politik dem einstimmigen Votum der Feuerwehrführungskräfte folgen wird, so der Kreisrat.

 
 

Kreisrat Dr. Winfried Wilkens berichtete über Feuerwehrthemen aus Sicht der Kreisverwaltung.

Nach vielen Lobeshymnen kritisierte Regierungsbrandmeister Frank Knöpker den Umgang und die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr in Ausnahmesituationen: "In Sachen Katastrophenschutz müssen wir darauf drängen, dass weiter die erforderlichen Mittel bereitgestellt werden. Zudem gibt es Verbesserungspotential hinsichtlich der technischen Einheitlichkeit der im Katastrophenschutz tätigen Hilfsorganisation. Entweder ist die Leiterhöhe zu gering oder die Schläuche können nicht zusammengeführt werden." Auch der Terrorismus spielte eine Rolle am Abend: "Das sind keine normalen Einsätze - es sind militärische Zustände. Man hat gesehen, dass auch kleine Dörfer davon betroffen sein können. Wichtig ist, dass die Polizei die Sicherheit vor Ort gewährleistet und eine gute Kommunikation stattfindet", erklärte Knöpker.

 
 

Regierungsbrandmeister Frank Knöpker appelierte an die Führungskräfte im Sinne der Demokratie sich die Zeit für die Information der Polik zu nehmen.

Am Ende seiner Rede mahnte der Regierungsbrandmeister seine Kollegen zur Vorsicht und nannte das Beispiel eines tödlich verunglückten Feuerwehrmannes, der auf dem Weg zum Einsatz starb: "Natürlich ist der Adrenalinspiegel bei Einsätzen hoch. Trotzdem bitte ich euch, aufzupassen. Feuerwehr ist kein Hobby - Feuerwehr ist eine Lebenseinstellung."

Der Verbandsvorsitzender des Feuerwehrverbandes Altkreis Osnabrück Gerd Glane berichtete von der Arbeit des Landesfeuerwehrverbandes. Derzeit werde an einer neuen Ausrichtung der Ausbildung für Motorsägearbeiten gearbeitet. Wo die Reise da hingehen wird, bleibt abzuwarten.
 
 

Über Aktuelles vom Landesfeuerwehrverband berichtet Gerd Glane

Weiterhin berichtet Glane, dass über das Projekt "Ja zur Feuerwehr" landesweit rund 600 neue Mitglieder in den Freiwilligen Feuerwehren gewonnen werden konnten. Ein neues Brandschutzmobil sei im Sommer in Dienst gestellt worden und könne von den Feuerwehren für Informationsveranstaltungen wie z.B. bei einem Tag der offenen Tür angefordert werden. Bedauerlich sei, dass der Feuerwehrflugdienst am Standort Damme eingestellt worden sei, dies sei aber nicht mehr finanzierbar gewesen. Abschließend regte Glane an auf Landkreisebene ein Fahrsicherheitstraining für blaulichtberechtige Führungskräfte anzubieten.

 
 

Der Stv. Abschnittsleiter Süd Ludger Flohre wurde vom Landrat zum Ersten Hauptbrandmeister befördert.

Abgerundet wurde der Abend mit einer Dienstgradverleihung. Landrat Lübbersmann beförderte den stv. Abschnittsleiter Süd Ludger Flohre aus Melle mit Wirkung vom 14. M Ersten Hauptbrandmeister.

Nach dem Schlußwort und den Dankesworten des Abschnittsleiters Nord Ralf Auf dem Felde klang die große Dienstbesprechung mit einem Empfang im Kreishaus-Restaurant aus.

Blick in den gefüllten Großen Sitzungssaal des Kreishauses

Die Abschlussworte sprach der wiedergewählte Brandabschnittsleiter Nord Ralf Auf dem Felde

Nicht für alle Teilenehmer blieb es aber ein entspannter Abend: Wegen einer Störung im Notrufsystem mobilisierte die Rettungsleitstelle am Freitagabend zusätzliche Kräfte: Rund 20 Disponenten besetzten zusätzlich die Ausweichleitstelle bei der Berufsfeuerwehr oder halfen bei der Fehlersuche.

Text: NOZ und Volker Köster
Fotos: Volker Köster