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Der Landkreis

Der Landkreis Osnabrück liegt im Südwesten von Niedersachsen.

Mit 2.121 qkm ist er der zweitgrößte Landkreis in Niedersachsen und in etwa so groß wie das Saarland.

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Aktuelles


200 Helfer bei ManV-Übung dabei
Verunglückter Bus: Ernstfall in Melle geprobt

MELLE


Ein Bus liegt auf der Seite. Aus dem Inneren sind Schreie zu hören. Zwischen Bus und Baum ist ein roter Kleinwagen eingequetscht, ein weiterer Wagen ist in den Bus hineingerauscht. Und als ob all das nicht schon schlimm genug wäre, steht einige Meter entfernt ein Auto in Flammen. Es brennt, aber die Fahrerin konnte sich selbst befreien und erste Löschversuche unternehmen. Dann kommt die Feuerwehr.
Es ist ein schreckliches Szenario, das am Samstagmorgen die Feuerwehren aus Melle und Bad Essen sowie verschiedene Rettungsdienste aus dem Landkreis im Rahmen einer Alarmübung auf den Plan ruft. Ein Linienbus ist auf Höhe des Sägewerkes in Meesdorf verunglückt, zwei Pkw sind direkt in den Unfall involviert, ein dritter steht brennend ein wenig abseits.
Die Ortsfeuerwehr Markendorf trifft als zuständige Einheit zuerst an der Unglücksstelle ein. Es folgen die Kollegen der Ortsfeuerwehren Buer und Tittingdorf sowie die Rüstwageneinheit aus Melle-Mitte. Die Fahrerin des brennenden Pkw sitzt derweil schreiend im Gras, ein Feuerwehrmann kümmert sich um sie während Helfer mit Atemschutzmasken ausgerüstet und mit Strahlrohr in der Hand ihren brennenden Wagen löschen.
Auch die Feuerwehr aus dem benachbarten Bad Essen ist im Einsatz. Die Lage an der Unfallstelle wird ermittelt und sie ist ernst: Im Bus sind Menschen, viele schreien, einige haben schlimm blutende Verletzungen. In den beiden Kleinwagen, die vom Bus erfasst wurden, sitzen jeweils zwei Personen - ebenfalls verletzt, zum Teil schwer. Sie alle wollen gerettet werden, benötigen dringend ärztliche Hilfe.
Und die Helfer geben alles: Die Busfenster werden zertrümmert und ausgeschnitten, Dachluken gewaltsam rausgebrochen. Die ersten Helfer steigen in den umgekippten Linienbus, wenig später werden die Verletzten durch die Öffnungen gerettet.
Hydraulisches Schneidwerkzeug kommt zum Einsatz, um das Dach des roten Kleinwagens zu öffnen. "Wie eine Fischdosenöffnung", erklärt Gerrit Kruse, Ortsbrandmeister der Ortsfeuerwehr Melle-Mitte. Kruse ist genauso im Einsatz wie der Seelsorger der Feuerwehr Melle, Sebastian Metz-Schneidenbach. Er ist als Fachberater für die Einsatzleitung vor Ort und weiß: "Während des Einsatzes funktioniert man einfach." Doch was nach dem Einsatz ist, weiß niemand. "Dann haben auch Feuerwehrmänner manchmal Redebedarf. Und dann bin ich da."
Sind die Einsatzbedingungen an diesem Morgen denn wirklich real? "Absolut. Die Verletzten sind heute Morgen entsprechend geschminkt worden", verrät der stellvertretende Stadtbrandmeister der Stadt Melle, Michael Finke. Und nicht nur das. Neben den Rettungseinheiten an der Unfallstelle ist auch das Christliche Klinikum Melle (CKM) involviert. "Dort wird heute mit dieser Übung der interne Krankenhausalarmplan geprüft", sagt Benedikt Guss, Fachdienst Ordnung beim Landkreis Osnabrück. Etwa 15 der insgesamt 25 zum Teil schwer verletzten Personen werden ins CKM eingeliefert. Dafür wurden Rettungswagen aus der gesamten Region angefordert.
Am Rande des Geschehens haben sich einige Zuschauer eingefunden. Viele sind schockiert über die Übung mit den knapp 200 beteiligten Helfern, die so realistisch dargestellt wird, dass sie kaum als eine solche zu erkennen ist. "Erschreckend, wenn man bedenkt, dass so etwas tatsächlich geschehen kann", findet eine junge Frau, die die Übung gemeinsam mit ihren Kindern verfolgt.
"Für alle, die heute aktiv im Einsatz sind, ist das natürlich eine große Chance, eine Lage kennenzulernen, die so nicht alltäglich ist", sagt Benedikt Guss vom Landkreis Osnabrück. "Eine Alarmübung dient der Verbesserung der Kommunikation untereinander und der Ausbildung ganz allgemein", erklärt er.
Und besonders oft findet eine solch groß angelegte Alarmübung auch nicht statt. Im Grönegau liegt die letzte schon einige Jahre zurück. Damals probten die Einsatzkräfte den Ernstfall im alten Evangelischen Krankenhaus.



Text: Meller Kreisblatt
Fotos: Volker Köster