Der Landkreis
Der Landkreis Osnabrück liegt im Südwesten von Niedersachsen.
Mit 2.121 qkm ist er der zweitgrößte Landkreis in Niedersachsen und in etwa
so groß wie das Saarland.
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Nachbesprechung vom Einsatzgeschehen Großbrand Lear 30. September 2011
QUAKENBRÜCK
Zur einer Nachbesprechung über das Einsatzgeschehen während des Großbrandes der
Lear Corporation am Freitag den 30. September 2011 hatte Ortsbrandmeister Marcus
Goeke die Führungskräfte, der am Einsatz beteiligten Feuerwehren und Einheiten am
Mittwochabend im Quakenbrücker Feuerwehrhaus eingeladen.
Gemeindebrandmeister
Manfred Buhr konnte eine Vielzahl an Besucher begrüßen. Er bedankte sich bei allen für
den reibungslosen Verlauft des Brandgeschehens. In keiner Minute konnte von Hektik
gesprochen werden. Alle die dabei gewesen sind bescheinigte Buhr ein gutes Miteinander.
Brandabschnittleiter Nord Ralf Auf dem Felde schloss sich den Worten seines Vorredners an und fügte hinzu: "Der Ablauf der Brandbekämpfung hatte den Eindruck wie eine vorbe-
reitete Übung." Auch Samtgemeindebürgermeister Reinhard Scholz hatte lobende Worte.
Seit Nachmittag habe der Brand ihm keine Ruhe gelassen. Selbst am Abend bei einer
Feierlichkeit habe er sich kurz entschuldigen lassen, um zum Brandort zu kommen und mit
den Verantwortlichen der Firma zu reden. Beeindruck wäre er über die Ruhe, die ihm von
den Einsatzkräften entgegenstrahlte, gewesen. Auch das es gut zu wissen ist, dass auf den
anderen Seiten des Landkreises Partner sind, auf die man sich verlassen kann.
Mit Bilder und Darstellungen auf der Großbildleinwand berichtete Ortsbrandmeister Goeke
über den Einsatzverlauf und gab einen kurzen Einblick zur Firma und deren Nachbarschaft.
Somit ist der Hauptsitz der Firma Lear Corporation in der USA. Von der Zentrale in Southfield im Bundesstaat Michigan werden 200 Stantorte in 35 Ländern geführt. Rund
93.000 Mitarbeiter sind beschäftigt. In Deutschland sind 20 Standorte mit 25 Werken vertreten. Wie auch im Quakenbrücker Werk werden Fahrzeugteile für die Autoindustrie
gefertigt. Der Quakenbrücker Feuerwehr ist das Firmenobjekt gut bekannt. Zuletzt kam es
am 16. April 2010 zu einem Kleinbrand auf einer schweren Stanze. Aber 28. Januar 1988 war das Feuer größer. Denn 12000 Liter flüssiger Wachs standen in einem Wachsbad in Flammen.
Der damals entstandene Sachschaden belief sich auf über zwei Millionen D-Mark. Auch stand das Werk am 13. Oktober 2001 für eine Übung der Feuerwehrbereitschaft Nord mit Unterstützung der FF Quakenbrück und der IUK - Gruppe des Landkreises Osnabrück zur Verfügung. In direkter Nachbarschaft befindet sich die Firma PPS Pipelinesystems, eine Reifenwerkstatt, ein Jugendzentrum, Malerbetrieb, Autovermietung, Düngemittellager und eine Eierfabrik. Die Grundstücksfläche des Betriebes beträgt 90 x 150 Meter. Darauf die Werkshalle mit einer Größe von 45 x 50 Meter und 7 - 8 m Höhe. Nur die Sozialräume waren durch eine Brandmauer von der Fertigungshalle getrennt. Diese werden von einer Brandmel-deanlage überwacht.
Ausgangslage des Einsatzes:
Am Freitag, den 30 September 2011 herrscht spätsommerliches Wetter mit Temperaturen über 25° C. Der Himmel klar und nahezu wolkenlos. Schwacher Wind von Süd -südwest.
Gegen 13.15 Uhr ist Schichtwechsel für rund 30 Mitarbeiter. Unbestätigte Angaben zu Folge sollen da schon Mitarbeiter Brandgeruch in der Produktionshalle festgestellt haben.
Wenig Später habe auch ein Werksangehöriger im Außenbereich einen starken Brandgeruch bemerkt Um die Sache auf dem Grund zu gehen zog er Kollegen zu Rate .Bald konnten sie eine Rauchentwicklung in der Dachzuführung eines Rohres für Schweißgasabsaugung feststellen. Da eigene Löschversuchungen scheiterten, wurde die Feuerwehr über Notruf 112 verständigt. Somit rückte die Feuerwehr Quakenbrück um 15.24 Uhr mit der
Meldung" Es brennt ein Lüfter auf dem Dach" aus. Gleichzeitig wurde auch die Drehleiter-
Einheit der Feuerwehr Nortrup alarmiert.
Nach kurzer Zeit in Folge erreichten die beiden Tanklöschfahrzeuge der Wehr die Firma Lear an der Hindenburgstraße. Die Mitarbeiter des Betriebes hatten sich schon nach draußen in Sicherheit gebracht. Die Werkshalle war nur leicht verqualmt. Im Deckendurchbruch waren Flammen zu erkennen. Feuerwehrleute unter
Atemschutz begannen den Innenangriff. Dafür wurden auch Schläuche mittels Schlauchtragekörbe unterhalb des glühenden Abluftrohres verlegt. Dann nach knapp zehn
Minuten Einsatzdauer platzte ein Schlauch des ersten Angrifftrupps. Dies veranlasste zum Rückzug, um den Schlauch zu tauschen. Gerade das Gebäude verlassen krachte auch schon ein Tei des Daches, worunter vorher die Feuerwehrleute den Brand bekämpften, ohne erkennbare oder wahrgenommene Warnzeichen hinunter. Zum Glück kam keiner zu Schaden.
Der Einsturz des Dachsegmentes hatte zu Folge, dass das Feuer plötzlich stark aufloderte und sich teilweise unterhalb der Einsturzstelle in der Halle ausbreitete.
An Innenangriff war nicht mehr zu Denken. Nur noch durch die Werkstore von außen und über das Dach. Umgehend wurden die Feuerwehren aus Badbergen, Bottorf -Borg und die Drehleitereinheit der Feuerwehr Ankum zur Unterstützung angefordert. Doch als immer weitere Dachbereiche einstürzten war es erforderlich weitere Drehleitereinheiten nach zu alarmieren. Somit machten
sich auch die Feuerwehren aus Löningen, Cloppenburg und Vechte auf dem Weg nach Quakenbrück. Mittlerweile waren auch die Feuerwehren aus Menslage, Grönloh und Wehdel eingetroffen. Das Brandobjekt wurde fast diagonal in zwei Brandabschnitte unterteilt. Auch
wurde der Fachzug 1 der Feuerwehrbereitschaft - Umwelt zur Bergung von Gefahrgut aus dem Gebäude angefordert. Ein weiterer Einsatzabschnitt umfasste die Wasserversorgung. Neben den beiden Hydranten vor den Werkstoren, mussten mehrere hundert Meter an Schlauchleitungen zu dem Fischteich auf dem Betriebsgelände und einen rund 400 Meter entfernten Regenrückhaltebecken verlegt werden. Als Löschwasserpuffer diente das Groß-
raum Tanklöschfahrzeug der FF Cloppenburg. Da die über den Brandherd emporsteigende
Rauchwolke sich teilweise im Stadtgebiet absenkte kam der Fachzug 4 Messen und Spüren
der Feuerwehrbereitschaft Umweltschutz zum Einsatz. Zwei Bereitstellungsräume wurden eingerichtet. Die IUK Gruppe des Landkreises unterstützte die Einsatzleitung mit dem Einsatzleitwagen 2.
Den Rettungsdienst übernahmen ein Leitender Notarzt, sowie der Organisatorischer Leiter Rettungsdienst. Besatzung mit Rettungswagen aus Quakenbrück. Hinzu kamen Kräfte der Schnellen Einsatzgruppe (SEG 1). Auch an weitere Einsätze, da die
meisten Feuerwehren bei diesem Brand gebunden waren, wurde gedacht. Somit wurden die
direkten Nachbarwehren aus Essen (Oldb), Bevern, Dinklage und Bersenbrück und Berge
informiert, dass sie den Grundschutz für den Bereich der Samtgemeinde Artland übernehmen sollen. Die Versorgung der fast 400 Einsatzkräfte übernahm der Fachzug 4 der Feuerwehrbereitschaft Nord aus Bippen. Für die Ausleuchtung der Einsatzstelle sorgte das THW OV Quakenbrück. Während der Nachstunden lösten Kräfte der Feuerwehrbereitschaft Süd die Einsatzkräfte ab. Für die Feuerwehr Quakenbrück ging es am Samstagmorgen weiter.
Mit vom Werk angefordertem Bagger verschaffte man sich Zugang in die Zwischendecke,
um dort verdeckte Glutnester zu löschen. Diese arbeiten gingen bis 14 Uhr.
Nach Beendigung
der Löscharbeiten wurde die Feuerwehr Quakenbrück noch fünfmal zu Nachlöscharbeiten
alarmiert. Der letzte Einsatz zum Großbrand wurde am Montag, den 03.Oktober 2011
um 22.43 Uhr beendet. Probleme mit Schaulustigen gab es gerade nicht direkt an der Einsatzstelle, aber durch die auch in weiter Ferne sichtbare Rauchwolke wurden viele Menschen angelockt. So das deren Autos die Straßen der Innenstadt verstopften und somit
anrückende Einsatzfahrzeuge behinderten. Der Höhepunkt wurde erreicht, als Menschen dem Brandobjekt von der Westseite näherten und dabei den Bahnverkehr keine Beachtung
mehr schenkten. Schnell sperrten Polizei und Bundespolizei den westlichen Bereich weiträumig ab. Durch die Rauchgasausdehnung und der Schaulustigen stellte die Nord-West-Bahn den Schienenverkehr vorläufig ein es wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.
Das war nur eine Kurzfassung aus dem mehrseitigen Bericht von Ortsbrandmeister Marcus Goecke. Auch er bedankte sich bei allen die ihm bei diesem Großbrand zur Seite standen, um"Herr" der Lage zu werden
Eingesetzte Einsatzmittel:
FF Quakenbrück - 7 Einsatzfahrzeuge - 40 Einsatzkräfte
FF Nortrup - 5 Einsatzfahrzeuge - 25 Einsatzkräfte
FF Badbergen - 4 Einsatzfahrzeuge - 20 Einsatzkräfte
FF Bottorf - Borg - 1 Einsatzfahrzeug - 6 Einsatzkräfte
FF Grönloh - 1 Einsatzfahrzeug - 6 Einsatzkräfte
FF Wehdel - 1 Einsatzfahrzeug - 6 Einsatzkräfte
FF Menslage - 4 Einsatzfahrzeuge - 20 Einsatzkräfte
FF Ankum - 4 Einsatzfahrzeuge - 20 Einsatzkräfte
FF Löningen - 4 Einsatzfahrzeuge - 15 Einsatzkräfte
FF Cloppenburg - 5 Einsatzfahrzeuge - 15 Einsatzkräfte
FF Vechta - 3 Einsatzfahrzeuge - 15 Einsatzkräfte
IUK - Gruppe - Nord - 2 Einsatzfahrzeuge - 8 Einsatzkräfte
FZ Messen u. Spüren - 7 Einsatzfahrzeuge - 28 Einsatzkräfte
FZ 1 der FB Umwelt - 6 Einsatzfahrzeuge - 20 Einsatzkräfte
FZ der FB Nord - 2 Einsatzfahrzeuge - 10 Einsatzkräfte
FZ 1+2 m. FG Verkehr - 12 Einsatzfahrzeuge - 75 Einsatzkräfte
FTZ - Nord - 1 Einsatzfahrzeug - 4 Einsatzkräfte
Führungskräfte - 4 Einsatzkräfte
Somit waren 70 Einsatzfahrzeuge mit 314 Feuerwehreinsatzkräften im Einsatz. Neben
der Feuerwehren waren weiter Behörden und Hilfsorganisationen eingesetzt:
DRK - Rettungswache Quakb. 2 Fahrzeuge - 4 Einsatzkräfte
SEG 1 Nord 4 Fahrzeuge - 11 Einsatzkräfte
LNA + Orgl - Nord 1 Fahrzeug - 2 Einsatzkräfte
THW 3 Fahrzeuge - 12 Einsatzkräfte
Polizei 4 Fahrzeuge - 8 Einsatzkräfte
Bundespolizei 1 Fahrzeug - 2 Einsatzkräfte
Somit standen zusätzlich weitere 15 Fahrzeuge mit 39 Einsatzkräfte bereit. Hinzu kamen
die externe Ansprechpartner und Sachkundige.
RWE - 3 Mitarbeiter
Wasserverband - 2 Mitarbeiter
Notfallmanager Bahn - 1 Mitarbeiter
Samtgemeinde Artland - 4 Mitarbeiter
Somit waren insgesamt 363 Personen an der Brandbekämpfung mittelbar und unmittelbar
beschäftigt. Im Einsatz wurden etwa 120 Atemluftflaschen verbraucht und rund neun
Kilometer Schläuche verlegt.
| Text und Fotos: |
Bernhard Brinkmann |
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